Autor: Priv.-Doz. DDR. Patrick Nierlich MBA, FEBVS
Gefäßchirurg in Wien
Letzte Aktualisierung: 01.06.2025

Carotis-Operation – Schlaganfallprävention durch Gefäßchirurgie

Carotis-Operation in Wien und Korneuburg

Die operative Behandlung einer Verengung der Halsschlagader, medizinisch Carotisstenose, gehört zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls. Wenn sich Ablagerungen in der Halsschlagader bilden und das Gefäß zunehmend verengen, kann das Risiko für Durchblutungsstörungen des Gehirns deutlich ansteigen. In bestimmten Situationen lässt sich dieses Risiko durch einen gefäßchirurgischen Eingriff wirksam senken.

Als Gefäßchirurg mit langjähriger Erfahrung in der Carotischirurgie führe ich diese Eingriffe regelmäßig durch und begleite meine Patientinnen und Patienten von der ersten Diagnose über die Operationsplanung bis zur Nachsorge. In meine Ordination in Wien und Korneuburg berate ich Sie ausführlich dazu, ob eine Carotis-Operation in Ihrem Fall sinnvoll ist und welches Verfahren die besten Erfolgsaussichten bietet.

Was ist eine Carotisstenose?

Unter einer Carotisstenose versteht man eine Verengung der Halsschlagader, meist im Bereich der Arteria carotis interna. Ursache ist in den meisten Fällen eine Arteriosklerose, also eine Ablagerung von Fett, Kalk und Bindegewebe in der Gefäßwand. Diese Ablagerungen, auch Plaques genannt, können den Blutfluss zum Gehirn behindern oder kleine Partikel freisetzen, die Hirngefäße verschließen.

Gerade darin liegt die besondere Gefahr: Eine Carotisstenose kann nicht nur die Durchblutung verringern, sondern auch direkt zu einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder zu einem Schlaganfall führen. Deshalb ist eine frühzeitige und genaue Abklärung besonders wichtig.

Welche Beschwerden kann eine Verengung der Halsschlagader verursachen?

Nicht jede Carotisstenose macht sofort Beschwerden. Manche Verengungen werden zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Treten jedoch Symptome auf, müssen diese sehr ernst genommen werden, weil sie auf eine vorübergehende oder bereits manifeste Durchblutungsstörung des Gehirns hinweisen können.

Typische Warnzeichen sind:

Solche Beschwerden können sich nach wenigen Minuten wieder vollständig zurückbilden. Auch dann besteht jedoch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Eine rasche Abklärung ist in dieser Situation besonders wichtig.

Wann ist eine Carotis-Operation notwendig?

Nicht jede Verengung der Halsschlagader muss operiert werden. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, ob bereits neurologische Symptome aufgetreten sind, wie stark die Verengung ausgeprägt ist und welche individuellen Risikofaktoren bestehen.

Wann sollte eine symptomatische Carotisstenose operiert werden?

Wenn bereits Symptome wie eine TIA, vorübergehende Sehstörungen, Sprachstörungen oder Taubheitsgefühle aufgetreten sind, spricht man von einer symptomatischen Carotisstenose. In dieser Situation ist das Schlaganfallrisiko deutlich erhöht.

Bei einer Verengung von mehr als 50 Prozent besteht in der Regel eine klare Operationsindikation. Der Eingriff sollte dann zeitnah erfolgen, weil gerade in den ersten Tagen und Wochen nach den ersten Symptomen das Risiko für einen erneuten neurologischen Vorfall besonders hoch sein kann.

Wann ist eine Operation bei asymptomatischer Carotisstenose sinnvoll?

Von einer asymptomatischen Carotisstenose spricht man, wenn eine hochgradige Verengung der Halsschlagader vorliegt, bisher aber noch keine neurologischen Symptome aufgetreten sind. In diesen Fällen wird die Operationsindikation individueller gestellt.

Eine Operation kann insbesondere bei einer Verengung von über 70 Prozent sinnvoll sein. In die Entscheidung fließen jedoch mehrere Faktoren ein, darunter:

Ich bespreche mit Ihnen diese Punkte ausführlich und nachvollziehbar, damit wir gemeinsam entscheiden können, ob eine Operation in Ihrer Situation den größten Nutzen bietet.

Welche Operationstechniken gibt es bei einer Carotisstenose?

Für die operative Behandlung der Halsschlagader stehen zwei bewährte Techniken zur Verfügung. Welche Methode ich anwende, hängt vor allem von der Länge und Lage der Verengung sowie von den anatomischen Gegebenheiten ab.

Eversions-Thrombendarteriektomie

Die Eversions-Thrombendarteriektomie, kurz Eversions-TEA, ist ein häufig eingesetztes Verfahren bei kurzstreckigen Verengungen. Dabei trenne ich die Arteria carotis interna an ihrer Abzweigung von der Arteria carotis communis ab. Anschließend wird die arteriosklerotische Plaque ausgeschält und entfernt. Danach nähe ich das Gefäß wieder an.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass sich der normale Gefäßdurchmesser direkt wiederherstellen lässt und häufig kein zusätzliches Patch-Material erforderlich ist. Besonders bei lokal begrenzten Stenosen ist diese Methode sehr bewährt.

Patch-Plastik

Bei der konventionellen Thrombendarteriektomie mit Patch-Plastik eröffne ich die Halsschlagader längs, entferne die Plaque unter direkter Sicht und verschließe das Gefäß anschließend mit einem Erweiterungspatch. Dieser Patch kann aus körpereigener Vene oder aus einem Kunststoffmaterial bestehen.

Dieses Verfahren eignet sich besonders bei langstreckigen Stenosen oder wenn die Gefäßanatomie eine klassische Rekonstruktion sinnvoll erscheinen lässt. Durch den Patch wird das Gefäß erweitert, was den Blutfluss verbessern und das Risiko einer erneuten Einengung reduzieren kann.

Was ist vor der Carotis-Operation zu beachten?

Vor jeder Carotis-Operation steht eine genaue Diagnostik. Ziel ist es, das Ausmaß der Verengung exakt zu bestimmen und die Anatomie der Gefäße zuverlässig zu beurteilen.

Die Grundlage bildet eine Duplexsonographie, also eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern. Mit dieser Untersuchung kann ich die Engstelle, die Plaque-Beschaffenheit und die Flussverhältnisse sehr gut beurteilen. Wenn zusätzliche Informationen notwendig sind, ergänze ich die Diagnostik durch eine CT-Angiographie oder MR-Angiographie.

Ebenso wichtig ist die Beurteilung Ihres allgemeinen Gesundheitszustands. Dazu gehören insbesondere kardiovaskuläre Risikofaktoren, die aktuelle Medikation und eventuelle neurologische Vorbefunde.

Wie läuft eine Carotis-Operation ab?

Der Eingriff wird bevorzugt in Regionalanästhesie durchgeführt, meist als Halsblockade. Dieses Verfahren hat einen wichtigen Vorteil: Während der kritischen Phase, in der die Halsschlagader vorübergehend abgeklemmt wird, kann die Hirnfunktion direkt überwacht werden. Sie sind dabei wach und können einfache Anweisungen befolgen, sodass neurologische Veränderungen sofort erkennbar wären.

Über einen etwa fünf Zentimeter langen Hautschnitt am Hals lege ich die Halsschlagader frei. Danach wird das Gefäß kontrolliert abgeklemmt, die Plaque entfernt und die Arterie je nach Technik rekonstruiert. Anschließend überprüfe ich die Durchgängigkeit und sichere Blutstillung.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel etwa 60 bis 90 Minuten.

Was passiert nach der Carotis-Operation?

Nach der Operation verbringen Sie üblicherweise eine Nacht auf einer Überwachungsstation. Dort werden insbesondere Blutdruck, neurologischer Status und Wundheilung engmaschig kontrolliert. Gerade nach einem Eingriff an der Halsschlagader ist eine sorgfältige Überwachung in den ersten Stunden besonders wichtig.

Der stationäre Aufenthalt beträgt meist zwei bis drei Tage. Vor der Entlassung erfolgt in der Regel eine Duplexsonographie-Kontrolle, um das Operationsergebnis zu überprüfen. Weitere Kontrollen empfehle ich nach etwa sechs Wochen und sechs Monaten.

Welche Risiken hat eine Carotis-Operation?

Die Carotis-Operation ist ein etabliertes und in erfahrenen Händen sehr sicheres Verfahren. Das kombinierte Risiko für Schlaganfall und Tod liegt in spezialisierten Zentren unter drei Prozent. Dennoch handelt es sich um einen gefäßchirurgischen Eingriff mit möglichen Komplikationen, über die ich Sie selbstverständlich vor der Operation ausführlich aufkläre.

Mögliche Risiken sind:

Das individuelle Risiko hängt unter anderem vom Ausmaß der Stenose, von Begleiterkrankungen und vom allgemeinen Gefäßzustand ab.

Wann ist eine Carotis-Operation besser als eine Stent-Implantation?

Neben der offenen Operation gibt es mit der Stent-Implantation auch eine endovaskuläre Behandlungsoption. Beide Verfahren sind grundsätzlich etablierte Methoden. Welche davon im Einzelfall besser geeignet ist, hängt jedoch stark von der jeweiligen Situation ab.

Die operative Plaqueentfernung bietet insbesondere Vorteile bei:

Eine Stent-Implantation kann dagegen sinnvoll sein, wenn besondere anatomische Bedingungen vorliegen oder wenn bereits frühere Eingriffe oder Bestrahlungen im Halsbereich stattgefunden haben. Ich bespreche mit Ihnen beide Möglichkeiten offen und verständlich und empfehle das Verfahren, das in Ihrer individuellen Situation die besten Ergebnisse erwarten lässt.

Warum ist die Nachsorge nach einer Carotis-Operation so wichtig?

Auch nach einer erfolgreichen Operation bleibt die Nachsorge ein wesentlicher Bestandteil der Schlaganfallprävention. Die Operation beseitigt die relevante Engstelle, behandelt aber nicht die zugrunde liegende Gefäßerkrankung als Ganzes. Deshalb ist eine konsequente medizinische Weiterbehandlung wichtig.

Zur Nachsorge gehören insbesondere:

Gerade die Kombination aus erfolgreicher Operation und konsequenter Risikofaktorenkontrolle bietet den besten Schutz vor weiteren Gefäßereignissen.

Welche Medikamente sind nach einer Carotis-Operation wichtig?

Nach der Operation ist in der Regel eine dauerhafte medikamentöse Begleittherapie notwendig. Dazu gehören meist:

Welche Kombination in Ihrem Fall sinnvoll ist, richtet sich nach Ihrem allgemeinen Risikoprofil und Ihren Begleiterkrankungen.

Wann sollte ich einen Termin wegen einer Carotisstenose vereinbaren?

Ein Termin ist besonders dann sinnvoll, wenn bei Ihnen in einer Ultraschalluntersuchung eine Verengung der Halsschlagader festgestellt wurde, wenn bereits neurologische Symptome aufgetreten sind oder wenn Sie sich eine gefäßchirurgische Zweitmeinung wünschen.

In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen verständlich, wie ausgeprägt die Stenose ist, ob eine Operation medizinisch empfohlen wird und welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation die beste Schlaganfallprävention bietet.

Termin vereinbaren

Sie haben eine Verengung der Halsschlagader oder möchten eine Zweitmeinung einholen? Vereinbaren Sie einen Termin in meiner Ordination in Wien (Wiener Privatklinik, Pelikangasse 15, 1090 Wien) oder Korneuburg (Wienerstraße 36/55, 2100 Korneuburg). Telefon: +43 660 1818767, E-Mail: ordination@chirurgie-nierlich.at.

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