Dialyseshunt – Anlage, Pflege und Komplikationsmanagement
Dialyseshunt-Chirurgie in Wien und Korneuburg
Für Patientinnen und Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist die Hämodialyse eine lebenserhaltende Therapie. Voraussetzung dafür ist ein verlässlicher und dauerhaft funktionierender Gefäßzugang. Genau diese Aufgabe erfüllt der Dialyseshunt. Als Gefäßchirurg mit umfassender Erfahrung in der Shuntchirurgie biete ich Ihnen die Erstanlage von Dialyseshunts, die Behandlung von Shunt-Komplikationen und die langfristige Betreuung Ihres Gefäßzugangs an.
Ein gut funktionierender Shunt ist für eine sichere und effektive Dialyse von zentraler Bedeutung. Deshalb lege ich großen Wert auf eine frühzeitige Planung, eine sorgfältige operative Anlage und eine enge Nachbetreuung.
Wann sollte ein Dialyseshunt angelegt werden?
Die Planung eines Dialyseshunts sollte möglichst früh erfolgen, idealerweise drei bis sechs Monate vor dem voraussichtlichen Beginn der Hämodialyse. Der Grund dafür ist, dass insbesondere eine native AV-Fistel Zeit benötigt, um auszureifen. Erst nach einer Reifungsphase von meist sechs bis zwölf Wochen ist sie in der Regel gut punktierbar und für die Dialyse geeignet.
Eine rechtzeitige Shuntanlage hilft, einen zentralvenösen Dialysekatheter zu vermeiden. Solche Katheter sind zwar in akuten Situationen oft notwendig, gehen aber mit einem deutlich höheren Infektions- und Komplikationsrisiko einher. Je früher die Planung beginnt, desto besser lässt sich ein stabiler und langfristig geeigneter Gefäßzugang schaffen.
Ich empfehle Ihnen daher, Ihren Nephrologen frühzeitig darauf hinzuweisen, mich in die Planung einzubinden. Gemeinsam stimmen wir den optimalen Zeitpunkt und die für Sie geeignete Form des Dialysezugangs ab.
Welche Arten von Dialysezugängen gibt es?
Nicht jeder Dialysezugang ist gleich. Welche Form in Ihrem Fall am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer Gefäßsituation, dem Zeitpunkt des Dialysebeginns und möglichen Vorerkrankungen ab.
Was ist eine native AV-Fistel?
Die native arteriovenöse Fistel, oft auch Cimino-Fistel genannt, ist der bevorzugte und medizinisch beste Dialysezugang. Dabei verbinde ich eine körpereigene Vene direkt mit einer Arterie, meist am Unterarm. Häufig erfolgt die Verbindung zwischen der Arteria radialis und der Vena cephalica.
Durch den arteriellen Blutdruck wird die Vene in den folgenden Wochen erweitert und die Venenwand kräftiger. Dadurch wird sie für die wiederholte Punktion im Rahmen der Dialyse geeignet. Die native Fistel gilt als Goldstandard, weil sie die längste Haltbarkeit, die niedrigste Infektionsrate und insgesamt die geringste Komplikationsrate aufweist.
Im Durchschnitt ist eine native AV-Fistel mehrere Jahre funktionsfähig und damit meist die beste Lösung für die langfristige Dialysebehandlung.
Wann wird eine AV-Prothese verwendet?
Wenn keine geeignete körpereigene Vene vorhanden ist, kann eine AV-Prothese, auch Graft genannt, eingesetzt werden. Dabei verwende ich eine Kunststoffprothese, in der Regel aus PTFE, um eine Verbindung zwischen Arterie und Vene herzustellen.
Ein Vorteil der Prothese ist, dass sie meist schon nach etwa zwei Wochen punktiert werden kann. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn der Dialysebeginn bereits näher rückt. Im Vergleich zur nativen Fistel ist die Haltbarkeit allerdings kürzer, und auch das Risiko für Infektionen und andere Komplikationen ist höher.
Was ist ein zentralvenöser Dialysekatheter?
Ein zentralvenöser Katheter, häufig auch Vorhofkatheter genannt, ist in erster Linie eine Übergangslösung. Er kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Dialyse sehr rasch begonnen werden muss und noch kein funktionierender Shunt vorhanden ist.
Für die langfristige Versorgung ist ein Katheter nicht die bevorzugte Lösung, da das Risiko für Infektionen, Thrombosen und weitere Komplikationen deutlich höher ist als bei einer AV-Fistel oder AV-Prothese. Deshalb versuche ich, wann immer möglich, rechtzeitig einen dauerhaften Gefäßzugang zu planen.
Was ist vor der Operation zu beachten?
Vor jeder Shuntanlage führe ich eine sorgfältige präoperative Gefäßbeurteilung durch. Ziel ist es, die für Sie bestmögliche Lösung zu finden und die Erfolgschancen der Operation zu erhöhen.
Zur Vorbereitung gehören insbesondere:
- Duplexsonographie der Armarterien und Armvenen, um Kaliber, Wandbeschaffenheit und Strömungsverhältnisse zu beurteilen
- Beurteilung der zentralen Venen, um relevante Engstellen nach früheren Kathetern oder Infusionen auszuschließen
- klinische Prüfung der Handdurchblutung, unter anderem mit dem Allen-Test
- Berücksichtigung der dominanten Hand, da der Shunt nach Möglichkeit am nicht-dominanten Arm angelegt wird
- Abstimmung mit dem Dialyseteam im Hinblick auf eine gute Punktierbarkeit
Diese sorgfältige Planung ist entscheidend, denn ein gut angelegter Shunt beginnt nicht erst im Operationssaal, sondern mit einer genauen Analyse Ihrer individuellen Gefäßsituation.
Wie läuft die Anlage eines Dialyseshunts ab?
Die Shuntanlage erfolgt in der Regel in Lokalanästhesie oder in Regionalanästhesie, etwa mittels Plexusblockade. Der Eingriff dauert meist etwa 60 bis 90 Minuten.
Über einen kleinen Hautschnitt am Handgelenk oder Unterarm lege ich Arterie und Vene frei. Anschließend verbinde ich beide Gefäße mit feinen gefäßchirurgischen Nähten. Sobald der Blutfluss durch die neue Verbindung einsetzt, lässt sich meist ein typisches tastbares Schwirren feststellen. Dieses Schwirren ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Shunt unmittelbar funktioniert.
Die Entlassung erfolgt häufig noch am selben Tag oder am darauffolgenden Tag. Die Entfernung der Hautnähte ist in der Regel nach zehn bis vierzehn Tagen vorgesehen.
Wie reift ein Dialyseshunt und wann kann er erstmals punktiert werden?
Nach der Anlage einer nativen AV-Fistel beginnt die sogenannte Shuntreifung. Dabei erweitert sich die Vene durch den arteriellen Druck, und die Venenwand wird kräftiger. Erst dadurch wird sie für die regelmäßigen Punktionen im Rahmen der Dialyse geeignet.
Dieser Reifungsprozess dauert meist sechs bis zwölf Wochen. Während dieser Zeit sollte der Shuntarm zwar geschont, aber nicht völlig ruhiggestellt werden. Leichte Bewegung ist sinnvoll, um die Durchblutung zu fördern. Wichtig ist jedoch, Druck auf die Shuntvene konsequent zu vermeiden. Enge Ärmel, Blutdruckmessungen oder andere Einengungen am Shuntarm sollten unterbleiben.
Eine Duplexsonographie nach etwa vier Wochen zeigt, ob die Reifung planmäßig verläuft und ob sich der Shunt voraussichtlich gut entwickeln wird.
Welche Komplikationen können bei einem Dialyseshunt auftreten?
Auch ein gut angelegter Dialyseshunt kann im Verlauf Komplikationen entwickeln. Entscheidend ist, diese frühzeitig zu erkennen und rasch zu behandeln. Je früher reagiert wird, desto größer ist meist die Chance, den Shunt langfristig zu erhalten.
Shuntstenose
Die häufigste Komplikation ist die Shuntstenose, also eine Verengung im Bereich der Verbindungsstelle oder der abführenden Vene. Typische Hinweise darauf sind ein nachlassendes Schwirren, erhöhter Venendruck während der Dialyse oder eine unzureichende Dialysequalität.
In vielen Fällen lässt sich eine solche Verengung minimalinvasiv behandeln, meist durch eine perkutane Ballondehnung (PTA). Dabei wird die Engstelle mit einem Katheter aufgedehnt. Dieser Eingriff ist in der Regel ambulant möglich und kann die Funktion des Shunts oft rasch wieder verbessern.
Shuntthrombose
Ein akuter Shuntverschluss, also eine Shuntthrombose, ist ein Notfall. Wenn der Shunt plötzlich nicht mehr funktioniert oder das Schwirren nicht mehr tastbar ist, muss rasch gehandelt werden.
Die Behandlung kann chirurgisch durch eine Thrombektomie oder interventionell durch Thrombolyse beziehungsweise Katheterthrombektomie erfolgen. Je schneller die Therapie eingeleitet wird, desto besser sind die Chancen, den bestehenden Shunt zu retten und weiter nutzen zu können.
Shuntinfektion
Shuntinfektionen betreffen besonders häufig Prothesenshunts. Typische Zeichen sind Rötung, Schmerzen, Schwellung, Überwärmung oder Sekretion im Bereich des Zugangs.
Die Behandlung besteht meist aus einer gezielten antibiotischen Therapie. Je nach Ausmaß der Infektion kann zusätzlich eine operative Sanierung notwendig werden. Gerade bei Infektionen im Bereich einer Prothese ist ein rasches Vorgehen besonders wichtig.
Steal-Syndrom
In seltenen Fällen kann ein Dialyseshunt dazu führen, dass zu viel Blut über die Shuntverbindung abgeleitet wird. Dadurch wird die Hand schlechter durchblutet. Dieses Problem bezeichnet man als Steal-Syndrom.
Mögliche Beschwerden sind:
- Kältegefühl in der Hand
- Blässe
- Schmerzen
- Schwäche oder Missempfindungen
Wenn eine relevante Minderdurchblutung besteht, kann eine operative Korrektur notwendig werden. Je nach Situation kommen Verfahren wie Banding oder das DRIL-Verfahren infrage.
Wie wichtig ist die langfristige Betreuung eines Dialyseshunts?
Ein funktionierender Shunt braucht nicht nur eine sorgfältige Operation, sondern auch eine regelmäßige Kontrolle und Ihre aktive Mitarbeit. Viele Komplikationen lassen sich früh erkennen, wenn Veränderungen rechtzeitig bemerkt werden.
Ich empfehle Ihnen daher:
- das Schwirren täglich zu tasten und auf Veränderungen zu achten
- bei nachlassendem oder fehlendem Schwirren sofort Kontakt aufzunehmen
- keine Blutdruckmessung, Blutabnahme oder Infusion am Shuntarm durchführen zu lassen
- keine engen Uhren, Armbänder oder Ärmel über dem Shunt zu tragen
- auf sorgfältige Hygiene im Bereich der Punktionsstellen zu achten
- regelmäßige Duplexsonographie-Kontrollen wahrzunehmen, in der Regel alle drei bis sechs Monate
Gerade die langfristige Nachsorge ist entscheidend, um die Funktion des Shunts möglichst lange zu erhalten und Eingriffe frühzeitig planen zu können, bevor es zu einem akuten Verschluss kommt.
Worauf sollten Sie im Alltag mit einem Dialyseshunt achten?
Im Alltag können einfache Maßnahmen viel dazu beitragen, Ihren Gefäßzugang zu schützen. Vermeiden Sie jede unnötige Belastung oder Einengung des Shuntarms. Achten Sie darauf, dass medizinisches Personal bei anderen Behandlungen den Shuntarm nicht für Blutdruckmessungen, Infusionen oder Blutabnahmen verwendet.
Auch ungewöhnliche Veränderungen sollten ernst genommen werden. Dazu gehören Schwellungen, Schmerzen, Rötungen, Blutungen nach der Dialyse oder ein deutlich verändertes Schwirren. Je früher solche Warnzeichen abgeklärt werden, desto besser.
Wann sollte ich einen Termin wegen eines Dialyseshunts vereinbaren?
Ein Termin ist sinnvoll, wenn der Beginn einer Hämodialyse absehbar ist und ein dauerhafter Gefäßzugang geplant werden soll. Ebenso wichtig ist eine frühzeitige Vorstellung, wenn bei einem bestehenden Shunt Probleme auftreten, etwa ein nachlassendes Schwirren, Schwierigkeiten bei der Dialyse, Schwellungen, Schmerzen oder der Verdacht auf eine Infektion.
In einem persönlichen Gespräch untersuche ich Ihre Gefäße sorgfältig und erkläre Ihnen verständlich, welche Form des Dialysezugangs in Ihrer Situation geeignet ist und welche Behandlung bei bestehenden Komplikationen sinnvoll ist.
Jetzt Termin vereinbaren
Sie benötigen einen Dialyseshunt oder haben Probleme mit Ihrem bestehenden Gefäßzugang? Vereinbaren Sie einen Termin in meine Ordination in Wien (Wiener Privatklinik, Pelikangasse 15, 1090 Wien) oder Korneuburg (Wienerstraße 36/55, 2100 Korneuburg). Telefon: +43 660 1818767, E-Mail: ordination@chirurgie-nierlich.at.

