Schaufensterkrankheit – chirurgische Behandlung durch Bypass-Operation
Chirurgische Behandlung der Schaufensterkrankheit (pAVK) in Wien und Korneuburg
Wenn konservative Maßnahmen und endovaskuläre Verfahren bei der Schaufensterkrankheit, medizinisch periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), nicht ausreichen, kann eine chirurgische Bypass-Operation eine bewährte und sehr wirksame Möglichkeit sein, die Durchblutung des Beines wiederherzustellen. Gerade bei fortgeschrittenen Gefäßveränderungen oder langstreckigen Verschlüssen ist die offene gefäßchirurgische Behandlung in vielen Fällen die beste Option.
In meine Ordination in Wien und Korneuburg berate ich Sie umfassend über die Möglichkeiten der operativen Behandlung. Dabei prüfe ich sorgfältig, ob eine Bypass-Operation in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist, welches Verfahren infrage kommt und welches Bypass-Material die besten Erfolgsaussichten bietet. Als Gefäßchirurg führe ich Bypass-Operationen sowohl mit körpereigenem Venenmaterial als auch mit Kunststoffprothesen durch.
Was ist die Schaufensterkrankheit?
Die Schaufensterkrankheit ist eine Durchblutungsstörung der Beine, die durch verengte oder verschlossene Arterien entsteht. Ursache ist meist eine fortschreitende Arteriosklerose, also eine Verkalkung und Verengung der Schlagadern. Dadurch gelangt insbesondere bei Belastung nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut in die Beinmuskulatur.
Typisch sind Schmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß beim Gehen, die nach kurzer Pause wieder nachlassen. Im weiteren Verlauf kann die Erkrankung jedoch deutlich schwerwiegender werden. Dann treten Schmerzen auch in Ruhe auf, Wunden heilen schlecht, und es kann zu Gewebeschäden kommen. In diesen Stadien ist eine Wiederherstellung der Durchblutung oft dringend erforderlich.
Wann wird eine Bypass-Operation bei pAVK notwendig?
Nicht jede pAVK muss operiert werden. Viele Patientinnen und Patienten profitieren zunächst von konservativen Maßnahmen wie konsequentem Gehtraining, Nikotinverzicht, Medikamenten und der Behandlung von Risikofaktoren. Auch endovaskuläre Verfahren wie Ballondehnung oder Stent sind heute häufig eine gute erste Therapieoption.
Eine chirurgische Bypass-Operation wird typischerweise dann erwogen, wenn:
- im Stadium IIb nach Fontaine die Gehstrecke trotz konservativer Therapie deutlich eingeschränkt ist, meist unter 200 Meter
- im Stadium III Ruheschmerzen auftreten, die auch nachts bestehen und den Schlaf stören
- im Stadium IV bereits Gewebeschäden, schlecht heilende Wunden oder Nekrosen vorliegen
- langstreckige Gefäßverschlüsse bestehen, die für Ballondehnung oder Stent ungeeignet sind
- eine frühere endovaskuläre Behandlung nicht erfolgreich war oder erneut ein Verschluss aufgetreten ist
Gerade bei fortgeschrittener pAVK ist es wichtig, rechtzeitig zu entscheiden, welches Verfahren die besten Chancen bietet, die Durchblutung dauerhaft zu verbessern und eine Amputation zu vermeiden.
Was ist ein Bypass in der Gefäßchirurgie?
Ein Bypass ist eine operative Umleitung des Blutstroms um einen verengten oder verschlossenen Gefäßabschnitt. Vereinfacht gesagt schaffe ich dabei einen neuen Weg für das Blut, damit es die erkrankte Arterie umgehen und das betroffene Bein wieder besser versorgen kann.
Dazu wird ein neues Gefäß oberhalb und unterhalb des Verschlusses an die Arterie angeschlossen. Dieses neue Gefäß kann entweder aus körpereigener Vene bestehen oder aus einer speziellen gefäßchirurgischen Kunststoffprothese. Welches Material verwendet wird, hängt vor allem von der Lage des Verschlusses, der Länge des zu überbrückenden Abschnitts und der Qualität der verfügbaren körpereigenen Venen ab.
Warum ist die körpereigene Vene oft das beste Bypass-Material?
Wenn möglich, verwende ich bevorzugt körpereigenes Venenmaterial, meist die Vena saphena magna, also die große Stammvene am Bein. Diese Vene eignet sich besonders gut als Bypass, weil sie biologisch verträglich ist und sehr gute Langzeitergebnisse zeigt.
Der große Vorteil der körpereigenen Vene liegt in ihrer hohen Offenheitsrate. Gerade bei Bypässen unterhalb des Kniegelenks oder bei Anschlüssen an kleinere Unterschenkelarterien ist sie meist das beste Material. Vor der Operation prüfe ich mit einer Duplexsonographie, ob die Vene in ausreichender Qualität und mit geeignetem Durchmesser vorhanden ist.
Wann kommt eine Kunststoffprothese zum Einsatz?
Nicht immer steht eine geeignete körpereigene Vene zur Verfügung. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn bereits frühere Venenoperationen stattgefunden haben, die Vene zu dünn ist oder strukturell nicht geeignet erscheint. In solchen Situationen kommen Kunststoffprothesen wie PTFE oder Dacron zum Einsatz.
Diese Materialien haben sich in der Gefäßchirurgie seit vielen Jahren bewährt. Besonders gute Ergebnisse zeigen sie bei Bypässen oberhalb des Kniegelenks, also etwa zwischen Oberschenkelarterie und Kniekehlenarterie. Bei weiter distal gelegenen Bypässen, etwa zu Unterschenkelarterien, ist körpereigenes Venenmaterial meist überlegen.
Welche Bypass-Operationen kommen bei der Schaufensterkrankheit häufig zum Einsatz?
Welche Form der Bypass-Operation notwendig ist, hängt davon ab, wo genau die Gefäßverengung oder der Verschluss liegt. Zu den häufigsten Eingriffen gehören:
Femoro-poplitealer Bypass
Hier wird die Oberschenkelarterie mit der Kniekehlenarterie verbunden. Dieser Eingriff ist einer der häufigsten Bypässe bei Verschlüssen der Oberschenkelarterie.
Femoro-cruraler Bypass
Dabei wird die Oberschenkelarterie mit einer Unterschenkelarterie verbunden. Dieses Verfahren ist vor allem bei langstreckigen Verschlüssen bis in den Unterschenkel hinein erforderlich.
Aorto-bifemoraler Bypass
Dieser Bypass kommt bei beidseitigen Verschlüssen der Beckenarterien zum Einsatz. Dabei wird die Hauptschlagader mit beiden Leistenarterien verbunden.
Femoro-femoraler Crossover-Bypass
Dieses Verfahren wird bei einem einseitigen Beckenarterienverschluss angewendet. Dabei wird die Durchblutung von der gesunden Seite zur betroffenen Seite umgeleitet.
Welche dieser Operationen medizinisch sinnvoll ist, entscheide ich immer auf Grundlage der Bildgebung, des klinischen Befundes und Ihres allgemeinen Gesundheitszustands.
Wie wird eine Bypass-Operation vorbereitet?
Vor dem Eingriff muss genau geklärt werden, wo der Gefäßverschluss liegt, wie lang er ist und welche Anschlussgefäße für den Bypass geeignet sind.
Zur Vorbereitung gehören:
- Duplexsonographie der Arterien
- CT-Angiographie oder MR-Angiographie zur genauen Darstellung der Gefäßanatomie
- Prüfung der Eignung körpereigener Venen als Bypass-Material
- Beurteilung des allgemeinen Operationsrisikos, insbesondere von Herz, Lunge und Nierenfunktion
- Überprüfung der Medikamenteneinnahme, etwa Blutverdünner oder Diabetesmedikation
Gerade bei Patientinnen und Patienten mit pAVK ist eine umfassende internistische Mitbeurteilung oft wichtig, da häufig auch andere Gefäßgebiete betroffen sind.
Wie läuft eine Bypass-Operation bei pAVK ab?
Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose oder in manchen Fällen in Regionalanästhesie, etwa als Spinalanästhesie. Welche Form in Ihrem Fall geeignet ist, bespreche ich gemeinsam mit der Anästhesie im Vorfeld mit Ihnen.
Über Hautschnitte in der Leiste, am Oberschenkel, in der Kniekehle oder am Unterschenkel lege ich die Anschlussgefäße frei. Anschließend wird das gewählte Bypass-Material, also Vene oder Prothese, oberhalb und unterhalb des verschlossenen Gefäßabschnitts mit feinen Gefäßnähten eingenäht. Auf diese Weise kann das Blut den verschlossenen Bereich umgehen und wieder in das nachgeschaltete Gefäßsystem fließen.
Noch während der Operation kontrolliere ich die Funktion des Bypasses mittels Ultraschall und gegebenenfalls Angiographie. So kann ich unmittelbar beurteilen, ob die Durchblutung erfolgreich wiederhergestellt wurde. Die Operationsdauer beträgt je nach Komplexität meist etwa zwei bis vier Stunden.
Was passiert nach einer Bypass-Operation?
Nach der Operation bleiben Sie in der Regel fünf bis sieben Tage stationär. In dieser Zeit überwache ich den Heilungsverlauf, die Funktion des Bypasses und die Wundheilung sehr genau. Die Durchgängigkeit des Bypasses wird regelmäßig mittels Ultraschall kontrolliert.
Wichtig ist eine frühe Mobilisierung. In der Regel beginnt diese bereits am ersten Tag nach der Operation, sobald es der Kreislauf und die Wundsituation erlauben. Zusätzlich erhalten Sie eine medikamentöse Behandlung zur Unterstützung des Langzeiterfolgs, insbesondere zur Hemmung der Blutgerinnung und zur Behandlung der zugrunde liegenden Arteriosklerose.
Nach der Entlassung empfehle ich ein strukturiertes Gehtraining und regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um die Funktion des Bypasses langfristig zu sichern.
Welche Risiken und Komplikationen kann eine Bypass-Operation haben?
Wie jeder größere gefäßchirurgische Eingriff ist auch eine Bypass-Operation mit möglichen Risiken verbunden. Diese hängen unter anderem vom Ausmaß der Gefäßerkrankung, von Begleiterkrankungen und vom Allgemeinzustand ab.
Mögliche Komplikationen sind:
- Wundheilungsstörungen, besonders bei Diabetes oder ausgeprägter Durchblutungsstörung
- Nachblutung oder Hämatombildung
- Verschluss des Bypasses durch eine Bypass-Thrombose
- Lymphfistel oder Lymphödem, insbesondere im Leistenbereich
- Wundinfektion
- in seltenen Fällen Herzinfarkt oder Schlaganfall bei schwerer vaskulärer Begleiterkrankung
Über die individuellen Risiken in Ihrem Fall kläre ich Sie selbstverständlich vor der Operation ausführlich und verständlich auf.
Wie gut sind die Langzeitergebnisse nach einer Bypass-Operation?
Die Bypass-Operation ist ein sehr bewährtes Verfahren mit guten Langzeitergebnissen. Besonders günstig sind die Ergebnisse, wenn körpereigene Vene verwendet werden kann und wenn die Nachsorge konsequent erfolgt.
Die Offenheitsrate eines Venen-Bypasses liegt nach fünf Jahren bei über 80 Prozent. Bei Kunststoffbypässen oberhalb des Knies liegen die Langzeitergebnisse ebenfalls gut, mit Offenheitsraten von etwa 65 bis 75 Prozent. Entscheidend ist jedoch nicht nur das verwendete Material, sondern auch die Qualität der Anschlussgefäße, die Kontrolle von Risikofaktoren und die regelmäßige Nachsorge.
Was ist für den langfristigen Erfolg eines Bypasses wichtig?
Der Erfolg einer Bypass-Operation endet nicht mit dem Eingriff. Für die langfristige Offenheit des Bypasses und für die Stabilisierung Ihrer Gefäßerkrankung sind mehrere Faktoren wichtig.
Dazu gehören:
- regelmäßige Duplexsonographie-Kontrollen, zunächst nach sechs Wochen, dann nach drei Monaten und anschließend in längeren Abständen
- konsequente Einnahme der verordneten Medikamente, etwa Thrombozytenhemmer, Blutverdünnung oder Statine
- konsequenter Rauchstopp, da Rauchen der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist
- tägliches Gehtraining zur Förderung der Kollateralbildung und der allgemeinen Belastbarkeit
- gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten
Gerade der Rauchstopp ist für den langfristigen Erfolg von zentraler Bedeutung. Wenn weiterhin geraucht wird, steigt das Risiko für einen erneuten Gefäßverschluss deutlich.
Welche Kosten entstehen bei einer Bypass-Operation?
Die Bypass-Operation bei pAVK ist eine medizinisch notwendige Behandlung und wird von den österreichischen Sozialversicherungsträgern übernommen. Wenn die Behandlung im Rahmen einer Wahlarztleistung erfolgt, erhalten Sie eine Honorarnote zur Einreichung bei Ihrer Krankenversicherung.
Welche Kosten im konkreten Fall anfallen und welche Leistungen übernommen werden, bespreche ich mit Ihnen im persönlichen Gespräch transparent und verständlich.
Wann sollte ich einen Termin wegen einer möglichen Bypass-Operation vereinbaren?
Ein Termin ist besonders dann sinnvoll, wenn Ihre Gehstrecke deutlich eingeschränkt ist, Ruheschmerzen bestehen, Wunden am Fuß nicht heilen oder bereits eine fortgeschrittene pAVK bekannt ist. Auch nach erfolgloser Ballondehnung oder Stent-Behandlung ist eine neuerliche gefäßchirurgische Beurteilung wichtig.
In einem persönlichen Gespräch und auf Basis einer genauen Gefäßdiagnostik erkläre ich Ihnen verständlich, ob eine Bypass-Operation in Ihrem Fall sinnvoll ist, welches Verfahren geeignet wäre und welche Erfolgsaussichten realistisch sind.
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Sie leiden unter fortgeschrittener Schaufensterkrankheit und möchten sich über operative Behandlungsmöglichkeiten informieren? Vereinbaren Sie einen Termin in meine Ordination in Wien (Wiener Privatklinik, Pelikangasse 15, 1090 Wien) oder Korneuburg (Wienerstraße 36/55, 2100 Korneuburg). Telefon: +43 660 1818767, E-Mail: ordination@chirurgie-nierlich.at.

